Es wird derzeit so viel über Fairneß in der Bezahlung gesprochen. Deshalb finde ich wichtig, dass man mal gemeinsam rechnet, was eigentlich der Kunde bezahlen muss, wenn der Mitarbeiter brutto 15 Euro verdient (was ich für angemessen halte). Ich fange mal an:

15 Euro mal 1,23 (Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung) = 18,45 Euro.
18,45 Euro mal 12 Monate / 10 Monate (Urlaub und Krank) = 22,14 Euro.
22,14 Euro mal 1,19 = 26,35 Euro

Bevor man sich dann über den Preis einer Arbeitsstunde für den Kunden klar wird, muss man noch überlegen, wie viele der Stunden eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin der Kunde überhaupt bezahlt – und was fällt für Ausbildung oder für Anfahrten oder für Arbeitsvorbereitung an.

Nehmen wir an, dass wir 30 von 40 Stunden pro Woche tatsächlich mit dem Kunden abrechnen können, – dann liegt der Stundenpreis schon bei 35 Euro.

Und da sind bis dahin nur die staatlichen Abgaben bezahlt. Der Mitarbeiter erhält noch nicht mal die 15 Euro, die er brutto verdient. Eher so um die 11,50 Euro wegen der Arbeitnehmeranteile und der Lohnsteuer.

Ich fand wichtig, das mal zu zeigen, damit sich die Diskussion über Löhne endlich mal auf das konzentriert worauf es ankommt – nämlich auf die sogenannte Staatsquote bei der Abrechnung von Arbeit.

Was dann noch dazu kommt:

* Berufsgenossenschaft
* Berufsbekleidung
* Buchhaltung / Lohnabrechnung etc.
* Führungskräfte
* Gewinnerwartung des Unternehmens

Kurzum – wenn Arbeit bezahlbar sein soll, dann muss der Staat sich irgendwie anders refinanzieren, – und nicht ausgerechnet über eine derart hohe Staatsquote auf Arbeit.


Man kann sich das auch für den Mindestlohn ausrechnen.
Dann kostet die Stunde ca. 30 Euro ..