Ich diskutiere viel mit Frauen UND Männern über das Gendern. Und deswegen muss ich dazu jetzt mal etwas ausführlich werden.
Fangen wir mit Miss Allie an. Ich liebe den Humor dieser Frau (Heiraten?) – und ich mag, dass sie in aller Ernsthaftigkeit Frauenthemen auf den Tisch bringt – aber halt so, dass alle lachen können (Peace is female).
mit Mädchen spielen?
Ich habe schon in der Sandkiste lieber mit Mädchen gespielt, und bin heute mit meiner besten Freundin verheiratet. Mein bester Freund in Kindertagen war Michaela – was gäbe ich drum, sie noch mal wiederzufinden.
alter weißer Mann?
Neulich hat mich eine Frau als „alten weißen Mann“ bezeichnet. Und ich bin ja tatsächlich so ein alter, weißer Mann. Ich kann das gar nicht verhindern (23.04.1963). Nur bin ich halt einer von den Männern, die seit fast 40 Jahren (seit ich Führungskraft bin) Frauen ernst nehmen, die etwas können. Und gleichzeitig nehme ich andere alte weiße Männer nicht ernst, die Frauen nicht ernst nehmen.
Und ich bin halt ein alter weißer Mann, der Frauen besonders cool findet, die mit ihm gemeinsam über diesen semantische Verspannung lachen können, weil sie das Problem dahinter ja schon seit der Sandkiste gar nicht haben.
Sprache macht Bilder in den Kopf!
Ich respektiere jede Meinung dazu total – versteht mich richtig – und ich halte das Thema der Gleichstellung NICHT für erledigt!! Ich glaube nur, dass man die Grenze die da hier und da immer noch verläuft, durch die Genderdiskussion eher verhärtet, statt sie aufzulösen. Das ist der einzige Punkt, warum ich eher bei denen bin, die das Problem lösen wollen – statt zu gendern.
Aber nochmal – ich respektiere jede Meinung dazu!
Schokolade?
Durch meinen Beruf weiß ich auch, dass „Sprache führt„. Sprache macht Bilder in den Kopf, die dann falsch oder richtig sein können. Mal ein Beispiel:
Denk jetzt nicht an Schokolade… also nicht diese quadratische … … … NICHT an eine Tafel Schokolade denken … vor allem aber nicht diese quadratische … und schon gar nicht Marzipan … Wenn Du jetzt eine rote Tafel Rittersport vor Dir siehst, dann hast Du alles falsch gemacht – und ich hatte Dich doch extra noch darum gebeten …
Chefin oder Cheffin?
Schreibt man „Chefin“ jetzt eigentlich mit einem oder mit zwei „f“? Das sind Diskussionen, die halt eher nerven, als dass sie zu einer Lösung beitragen. Ich persönlich verbinde sogar mit dem Wort „mein Chef“ eine Frau! Und denke dabei sofort an eine Frau, die mich überhaupt erst zur Führungskraft gemacht hat (durch ihre Ideale und ihr Menschenbild). Das ist für mich persönlich gar kein Widerspruch.
Eine Freundin hat dazu mal gesagt: „Das versteht nur jemand, der Klaus sehr gut und sehr lange kennt“ …
Frauenrechte?
Wir Deutschen tun gern so, als ob bestimmte Länder in Bezug auf Menschenrechte völlig rückständig sind, – was mit Verlaub völlig arrogant ist. Aber viel wichtiger als die Genderdiskussion wäre es halt, dass Informationen wie diese jeden Tag im Netz unterwegs sind (noch mal Frauenthemen).
