Die Situation in der Ukraine ist fürchterlich, und ich möchte nichts schön reden, was derzeit vor sich geht. Dennoch hoffe ich, dass ich mit diesem Beitrag für uns alle ein kleines bisschen zur Beruhigung beitragen kann. Nein – es wird nicht „so richtig krachen“. Das hat es im Kalten Krieg auch nicht getan, – und da waren wir weitaus näher dran.


Ich will zunächst kurz etwas sagen, warum ich mir eine halbwegs fundierte Meinung dazu zutraue. Ich war mitten im Kalten Krieg Zeitsoldat im sogenannten Aeronautical Information Service in Büchel (JaBoG 33). In dieser Abteilung werden Flugpläne hergestellt und es werden Flüge in den verschiedenen Lufträumen angemeldet – so auch in der ADIZ. Das ist bzw. war der Luftraum 26 Nautische Meilen westlich der damaligen Zonengrenze.

Diesen Luftraum zu überwachen und im Ernstfall zu verteidigen war einerseits die Aufgabe und andererseits aber eine ziemliche Herausforderung für die Flugsicherheit und vor allem für die Piloten. Bei den Geschwindigkeiten dieser Flugzeuge ist man ja recht schnell auf der falschen Seite der Grenze – und löst dort dann etwas aus, weil man dort ja nun mal nicht hingehört.


Ich war nur ein kleines Licht dort. Aber natürlich hat man in allen Dienstbereichen mitbekommen, was da gemacht wird – und mit welchem Zweck. In kurz: Wir haben permanent geübt für den Fall, dass es „so richtig kracht“. Wer tiefer einsteigen möchte – es lohnt sich ein Wikipedia-Eintrag zum Thema WINTEX – Übungen.


Die Art und Weise, wie man damals geübt hat, hat für den Osten nicht ganz zu Unrecht eine ziemliche Provokation dargestellt, – aber am Ende haben auch damals die vernünftigen Leute in Ost wie West die Oberhand behalten. Man darf hierbei nicht vergessen, dass auf beiden Seiten nicht nur Politiker etwas zu sagen haben, sondern auch Fachleute – insbesondere die Generalität – und da wird nicht einfach „drauf los geballert“.


Zugegeben – die aktuelle Situation ist ausgesprochen angespannt – das stimmt wohl – aber die NATO (und Deutschland im Besonderen) lösen das alles meiner Ansicht nach so gut wie es nur möglich ist. Wir reagieren ja nicht aus Dummheit eher zurückhaltend und immer wieder zögerlich. Das liegt auch nicht daran, dass „die dumme Ampel“ es nicht besser können würde.


Die immer wieder zögerliche Haltung dürfte eher damit zu tun haben, dass man nicht unnötig provozieren will, und damit, dass man so einen Apparat wie die NATO nicht im 5-Minuten-Takt hin und her schupsen kann. Es ist logistisch eine unglaublich große Aufgabe, dass man ausreichend Material vor Ort hat – und wenn in Friedenszeiten weniger geübt wurde, dann war das völlig angemessen. Umso mehr muss jetzt halt etwas mehr geübt werden!


Ich vertraue der Bundeswehr, der NATO und im Umgang
mit der Ukraine-Krise vertraue ich auch unserer Regierung!