Dieser Beitrag ist die Fortschreibung eines relativ alten Beitrags über das Babyboomer-Thema (Mathematik alt). Ich habe anhand der neuen Version der Bevölkerungspyramide vom Bundesamt für Statistik das Thema überarbeitet.


Die Zahlen haben sich durch die Migration etwas zum Positiven verändert:

  • Jeder 5. Babyboomer hat keinen Nachfolger.
  • 2031 fehlen 22,6 Mio Menschen an einer ausgeglichenen Bevölkerungsstruktur
  • Das sieht um ca. 7 Millionen günstiger aus als zu meinem letzten Stichtag.
  • Das liegt maßgeblich an der Zuwanderung (5,9 Millionen zwischen 2015 und 2024)

Demografie verstehen: Wie viele Menschen in Deutschland fehlen

Die Bevölkerungspyramide Deutschlands zeigt seit Jahrzehnten eine auffällige Struktur: Die Jahrgänge der Babyboomer sind deutlich größer als die nachfolgenden Generationen. Diese Entwicklung wird häufig mit dem Begriff „Pillenknick“ beschrieben. Anfang der 1970er-Jahre brach die Geburtenrate in Deutschland innerhalb weniger Jahre stark ein – und blieb seitdem dauerhaft niedrig.


Doch wie groß ist die daraus entstandene Lücke tatsächlich?

Der stärkste Jahrgang der Babyboomer ist der Jahrgang 1964. In der Vorausberechnung der Bevölkerung von Destatis umfasst dieser Jahrgang im Jahr 2031 noch rund 1.275.100 Menschen. In dem Jahr erreicht dieser Jahrgang das Renteneintrittsalter von 67 Jahren.

2031 fehlen in Deutschland 22.578.600 Menschen an einer ausgeglichenen Jahrgangsstruktur! Bei einer Gesamtbevölkerung von 81,9 Millionen (die wir dann noch sind) fehlt also jeder 5. Einwohner an einer ausgeglichenen Bevölkerungsstruktur.


Was bedeutet das für den Arbeitsmarkt?

Bis zum Jahr 2034 gehen rund 10 Millionen Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen in Rente. Gleichzeitig rücken nur etwa 6,5 Millionen junge Menschen in den Arbeitsmarkt nach.

Insgesamt fehlen dem Arbeitsmarkt gegenüber heute dann rund 3,5 Millionen Arbeitnehmer. Das entspricht einem Rückgang der Erwerbsbevölkerung von etwa 7 %.


Diese strukturelle Lücke prägt heute viele gesellschaftliche Entwicklungen:

  • Fachkräftemangel in nahezu allen Branchen
  • Nachfolgeprobleme  im Mittelstand
  • steigende Belastung der Renten- und Pflegesysteme
  • wachsende Anforderungen an Zuwanderung

Warum das Problem jetzt so klar sichtbar wird

Solange die geburtenstarken Jahrgänge im Erwerbsleben standen, war der Effekt weniger spürbar. Doch nun beginnt eine neue Phase: Die Babyboomer erreichen Schritt für Schritt das Rentenalter. Wenn der stärkste Jahrgang der Babyboomer im Jahr 2031 in Rente geht wird für jeden deutlich, wie groß die nachfolgenden Jahrgänge tatsächlich sind – oder besser gesagt: wie klein.


Die Grafik zu diesem Artikel zeigt die demografische Lücke anschaulich: 

Du betrachtest gerade Mathematik!