Lassen wir mal das Argument der Klimakrise kurz beiseite. Da kann ja meinetwegen jeder denken was er mag. Aber am Beispiel meiner eigenen Photovoltaik-Anlage möchte ich mal zeigen, dass Regenerative Energie ja auch einen wirtschaftlich sehr viel Sinn macht.

Details zum Standort:

Was zu den nachstehenden Zahlen noch fehlt ist eine Bestätigung der Angaben aus der Cloud durch echte Abrechnungen, und man sollte einiges über mein Haus wissen, um die besonders positiven Ergebnisse zu bewerten, denn die sind nicht mit jeder anderen Immobilie zu 100% wiederholbar :

  • dass mein Dach fast kompassgenau nach Süden steht
  • dass die Panele durch Wind kontinuierlich gekühlte werden
  • und das Dach ist völlig unverschattet.

Details zur Anlage:

  • PV-Anlage 9,6 kWp (ca. 15 T€ Anschaffungskosten minus Förderung)
  • Produktion in 2023: 9,5 MWh
  • Einspeisevergütung 0,08€ / kWh
  • Eigenverbrauch 0,35€ / kWh
  • ELCO-Wärmepumpe (ca. 13 T€ Anschaffungskosten minus Förderung)

Wenn ich mir die Rendite der Investitionen angucke, dann muss ich sagen, dass es halt einfach wirtschaftlich klug ist das so zu machen.

Selbst mit den aktuell etwas höheren Sollzinsen von z.B. 3,8% im Jahr verdient so eine Konstellation immer noch Geld. Und das rechnen wir jetzt mal im Detail:

  • 9,5 mWh in 2023 hergestellt
  • Rendite per Einspeisevergütung = 760,00 €  bei 0,08 € / kWh 
  • Rendite per Eigenverbrauch = 3.325,00 € bei 0,35 € / kWh
  • Die mittlere Rendite (50% Eigenverbrauch) liegt somit bei  2.042,00 € pro Jahr.

Bei der nachstehenden Kalkulationen gehe ich noch nicht mal mehr davon aus, dass man das Geld schon hat. Nehmen wir an, man müsste die PV-Anlage fremdfinanzieren.

  • PV-Verkäufer leiten daraus eine Amortisation nach ca. 7,5 Jahren ab.
  • Ich rechne anders: 2.042,00 € sind 13,6% jährliche Rendite auf 15.000,00 €
  • Ich rechne mal mit einer linearen Abschreibung von 5% weiter (20 Jahre?) 
  • Und dann würden ja eventuell noch Zinsen anfallen.
  • Nehmen wir an, das wären nomimal 6% Zins.
  • Dann sind das durch die Annuität im Mittel der Laufzeit ca. 3%
  • Das sind das immer noch 5.6% jährliche Rendite.
  • Diese 5,6% dann aber ohne überhaupt etwas zu investiert zu haben.

Selbst wenn ich 6% Sollzinsen bezahlen müsste, um so etwas zu realisieren, dann ist das „Geschäftsmodell“ einer solchen PV-Anlage also immer noch rentabel. Gut oder gut?

Die Wärmepumpe und das E-Auto:

Auch wenn wir wenig fahren – ab und zu laden wir ja auch mal meinen Skoda Citigo e. Und wir heizen seit 2023/2024 mit einer Wärmepumpe.

  • Mittlerweile haben wir ja die Wärmepumpe.
  • Höherer Eigenverbrauch = noch höhere Rendite
  • Den Eigenverbrauch werde ich zumindest aufmerksam beobachten.
  • Eher aus dem Gefühl können wir trotz Batterie unmöglich autark sein.
  • Also müssen wir weiterhin Strom dazu kaufen für 0,35 €.
  • Eingespeister Strom (kommt auch weiterhin vor) bringt weiterhin nur 0,08 €.

Aber eines steht fest: Der Nutzen einer PV-Anlage steigt mit dem Anteil der Eigennutzung stetig an – und also bewerte ich die Rentabilität der PV-Anlage aus wirtschaftlicher Sicht als tendenziell noch besser an (siehe oben).

In einem Punkt hinkt dieser Teil der Betrachtung allerdings: Eine 20 Jahre alte Gas-Heizung sollte in meinem Fall ohnehin ersetzt werden, und eine neue Gasheizung hätte „so um und bei“ das gleiche gekostet wie die ELCO-Wärmepumpe, – also im Grunde keine zusätzliche Investition, und die müsste man ja gesondert rechnen, wenn man die Rendite der PV-Anlage objektiv darstellen will.

Mein Fazit:

Ich schreibe das auch deshalb, weil ich es bekanntermaßen gut fände, wenn man auch die Klimadiskussion künftig durch diese wirtschaftliche Betrachtungsweise ergänzen könnte:

  • Wenn ich einspeise, dann stelle ich der Volkswirtschaft Strom für 0,08 € zur Verfügung.
  • Deutschland importiert derzeit für circa 150 MRD € fossile Energie pro Jahr.
  • Stell Dir vor, wir könnten diese Energie selbst herstellen …
  • 150 MRD € sind fast ein halber, jährlicher Bundeshaushalt!
  • Wir kämen vor Lachen gar nicht mehr in den Schlaf

Das Argument bringt m.E. eine Menge, um die Argumente der Bundesregierung zu unterstützen, – und vielleicht hört das Gejammer um die „Klimakrise“ dann ja auch mal ab, und wir entdecken endlich die Chance die für uns als Gesellschaft in dem Thema steckt.


Mathe?
Kann ich …

Du betrachtest gerade meine PV-Anlage …

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. derBabyboomer

    kleiner Nachtrag

    Ein sehr hilfsbereiter und kompetenter Bekannter auf Facebook hat mir das mal nachgerechnet. Er schreibt:

    – theoretisch sind die Werte möglich.
    – Wenn die Anlage eine perfekte Ausrichtung hat, ok.
    – Wohnst du im Süden ist es wahrscheinlicher als im Norden.

    Die Rendite berechnet du ehrlicher Weise so

    – Du hast 100 Prozent Eigenkapital
    – also ist deine Rendite 100 Prozent auf Deine investsumme incl Nebenkosten.
    – In deinem Fall 15 000.

    Ab hier rechnet der Kollege dann völlig anders als ich

    – Jetzt deine Ersparnis plus Auszahlung 2 200 Euro.
    – Das sind theoretisch in 20 Jahren 44000 Euro
    – Hiervon musst du die leistungsverluste abziehen.
    – 15 Prozent sind realistisch.
    – Da sie ja über die Jahre anfallen sind das im Durchschnitt 7,5 Prozent von den 44 000.
    – Bleiben 40 300 übrig.

    – 40300 Euro minus 15000 Euro Abschreibung
    – Sind wir bei 25 300
    – Wartung Reparatur, Versicherung 3 Prozent im Jahr.
    – Also Nebenkosten (Anmerkung: Die hatte ich völlig vergessen).
    – Die sind geschätzt, als Unternehmer kähmen jetzt Wagnis und Gewinn.
    – Sind also in 20 Jahren 9 000 Euro
    – Also 25 300 Minus die 9.000 Euro Kosten
    – Sind dann noch 16.300 Euro.

    So kommst du auf eine Rendite von etwas mehr als 5 Prozent. Das ist gut.

    Nun verrate ich dir ein Geheimnis

    Du hattest eine Eigenkapitalrendite von 5 Prozent. Ein Unternehmer hätte einen Kredit genommen.
    Wir können die 16 300 Euro Gewinn beibehalten. Nun setzt Du nur 10 Prozent Eigenkapital ein Also 1.500 Euro.

    Jetzt brauchen wir nur die Zinsen 20 Jahre mal durchschnit 2 Prozent auf 13500 euro sind 5400 Euro. Bleibt ein Gewinn von 16.300 Euro Minus 5.400 Euro sind 10.900 Euro.

    Bei einem Eigenkapital von 1.500 Euro ergibt das eine Eigenkapitalrendite von ca 33 Prozent.

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